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Jörg Scharff
Roland Scharff
Asolveroth
 



1. Fragen und Antworten
    (Vertiefende Texte s. unter "Erfesfurt")


Interessiert es Sie, ...

- wo das von Winfried Bonifatius, dem „Apostel der Deutschen“, um 742 begründete Bistum
  „Erphesfurt“ tatsächlich zu suchen ist?

Ist Ihnen bekannt, dass ...

- der Missionar Bonifatius bereits um 719 in Thüringen weilte, um hier ab 724/725 zu
  missionieren?
- und er dabei die erste Taufkirche Thüringens auf dem Alte Berg, dem heutigen
  Johannesberg, vermutlich einer ehemaligen Kultstätte der Kelten, oberhalb des heutigen
  Altenbergen an der B88, im heutigen Landkreis Gotha, errichtete ?

Und wussten Sie, dass ...

- an diese bedeutende Stätte Thüringer Geschichte, schon seit dem 1. September 1811 ein
  neun Meter hoher Sandsteinleuchter, der Candelaber des Gothaer Bildhauers F.W. Döll,
  erinnert ?
- Thüringens unvergessener Landesbischof Moritz Mitzenheim, gerade diesen Johannesberg
  erwählte, um zu Pfingstmontag des Jahres 1954, mit über 8.000 Christen gemeinsam, der
  1200. Wiederkehr des Martyriums des Bonifatius (5. Juni 754) feierlich zu gedenken?

Haben Sie sich auch schon gefragt, ...

- warum Thüringer Christen noch heute alljährlich den Pfingstmontag nutzen, um an dieser
  Stelle, zu Füßen des Candelabers, Gottesdienst zu feiern und um dabei auch die Taufe
  unter freiem Himmel zu erleben?

Können Sie sich vorstellen, dass ...

- auf diesem Alte- bzw. Johannesberg auch die Wiege des Grafengeschlechts der
  Ludowinger, der späteren Thüringer Landgrafen, zu suchen ist?
- hier um 1042 Ludwig der Springer, der Erbauer der Wartburg, in der erweiterten Kirche des
  Bonifatius getauft wurde?

Wußten Sie schon, dass...

- nur ca. 400 m (Luftlinie) südöstlich dieser 1. Taufkirche des Bonifatius - auf dem
  St.Georgsberg - die Burg eines Grundherren Asolv zu suchen ist, der in einem Brief des
  Papstes Gregor II., vom 1. Dezember 722 (der Epistel 19 der Bonifatiusbriefe), an erster
  Stelle der fünf christlichen Grundherren genannt wird, auf deren Hilfe sich Bonifatius bei
  seiner Missionierung der Thüringer stützen soll?

Können Sie sich vorstellen, dass ...


- in dieser Burg des Asolv (Asulf) am 20. März 1143 ein Zisterzienserkloster, der Vorläufer des
  späteren Zisterzienserklosters Georgenthal, errichtet wurde?

Wußten Sie, dass ...

- dieses Bergkloster urkundlich mehrmals als Kloster „Asolveroth“ benannt und die am
  Westhang des St. Georgsberges entlang führende, uralte Straße die Bezeichnung
  „Straße von Asolveroth“ erhielt?
- eben diese Altstraße am Südhang des St. Georgsberges, des Burgberges jenes Asolv, das
  Flüßchen Erf durchfurtet?

Ist Ihnen bekannt, dass ...

- der eigentliche Klostergründer - Abt Eberhard - einst ein Graf von Berg war?
- dieser Eberhard als Zisterziensermönch vom französischen Mutterkloster Morimond aus,
  über die Burganlage und das 1133 von seinem Bruder Adolf II. gestiftete Zisterzienserkloster
  Altenberg a.d. Dhünn, nach Altenbergen in Thüringen kam?
- er deshalb in die einstige Burganlage ihres Ahnen Asolv auf den St. Georgsberg gesandt
  wurde, um auch hier, durch die Errichtung einer Zisterze, ein weiteres Vordringen der
  Thüringer Landgrafen zu verhindern?

Was sagen Sie dazu, dass ...

- der Grundriß des Büraberges bei Fritzlar mit seinen Anlagen, (hier begründete Bonifatius
  ebenfalls um 742 ein Bistum), mit dem Grundriß des Plateaus vom Altenberger
  St. Georgsberg nahezu identisch ist?
- der Lehrer Roland Scharff, bereits am 21.11.1962, in einer Suchschnittgrabung auf  jenem
  St. Georgsberg, 105 cm breite Mauerzüge freilegte?
- und er in den Sommerferien der Jahre 1963/64 hier Bestattungen fand, Münz- und
  Keramikfunde machte, die in eine vorfränkische Zeit verweisen?
    (s. Egon Hennig – Roland Scharff: „Zur Geschichte des Bergklosters St.Georgen bei
    Catterfeld, Kreis Gotha“ Alt Thüringen, Bd. 7, S.307-314 und Tafel LXXX ½, Weimar
    1964/65)

Können Sie sich vorstellen, dass ...

- die bereits im April 1964 von Roland Scharff am Pädagogischen Institut Erfurt vorgelegte
  Staatsexamensarbeit:
    “Forschungsmethoden zur Geschichte einer mittelalterlichen Architektur auf dem
    St. Georgsberg bei Catterfeld und Ergebnisse eigener Ausgrabungen“,
  bis heute der einzige Beleg für die hier stattgefundene Suchgrabung ist?
- und diese Arbeit bisher von der Thüringer Fachwissenschaft noch nicht eingesehen wurde,
  lediglich andeutungsweise im 7. Band „Alt-Thüringen“ von 1964/65 publiziert werden konnte?

 Wußten Sie, dass ...

- dieser Lehrer mit Schülern seiner AG „Junge Historiker“ im Sommer 1967 dann auch auf dem
  Altenberger Johannesberg (mit seinem Candelaber-Denkmal) tatsächlich Mauern eines
  zweimal erweiterten Gebäudes angeschnitten hat und hierbei auch erneut Bestattungen
  vorfand?
- und zu diesen Forschungsergebnissen der Ohrdrufer Schüler Adrian Ermel die
  Wettbewerbsarbeit:
    „Der Candelaber - Ein Licht für Thüringen“
  schrieb und von nahezu 12.000 Teilnehmern, des Schülerwettbewerbs Deutsche Geschichte
  um den Preis des Bundespräsidenten, 1993 einen 5. Preis erhielt?
- dem Thüringer Landesvermessungsamt bereits seit 1994 eine Karte „Flurnamen im Gebiet
  rund um den Kandelaber“ vorliegt, die jedoch Thüringens Fachwissenschaftler seither kaum
  nutzten ?

Glauben Sie nicht auch, dass ...

- Flurbezeichnungen wie Ölberg, Hirtenwiese, Elisabethquelle, Johannesberg, Auf der
  Liebfrauen, Hiobswiese, Loiba (eine Lioba missionierte als Frau mit Bonifatius),
  Swanahildfurt (die 2. Frau Karl Martells war eine Swanahild), Paulfeld ... und die Tatsache,
  daß am Südhang des St.Georgsberges die „Straße von Asolveroth“ die Erf durchfurtete?
- den Schluß zu lassen, daß hier das um 742 von Bonifatius begründete Bistum Erphesfurt zu
  suchen ist?

Wußten Sie eigentlich, dass ...

- es, abgesehen von der Namensgleichheit („Erphesfurt“/Erfurt), bis zum heutigen Tag keinerlei
  Indizien dafür gibt, daß der Sitz des Bistums „Erphesfurt“ im Gerabogen des heutigen Erfurt
  geplant war?
- was das kleine Altenbergen mit dem einstigen Bergkloster Asolveroth in Thüringen mit dem
  Kloster Altenberg a.d. Dhünn verbindet und was das Ganze mit einem gemeinsamen
  Weinberg bei Randesacker (Würzburg) zu tun hat?
    (vgl. „Erphesfurt und Erfurt im 8. und 9. Jahrhundert“, S.31 oben, Thür. Chronik-Verlag,
    Arnstadt 10/2000)

Link zur Webseite von Roland Scharff:

http://www.asolveroth.de/

 
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